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Juliana Kubli, Primarlehrerin und Jodelstudentin an der Hochschule Luzern

Eine Interview-Reihe zum Thema: Warum ich jodle

Zwischen Bewahren und Weiterentwickeln setzt sie sich dafür ein, das Jodeln lebendig, zugänglich und erlebbar zu machen.

Steckbrief:

Alter: 23 Jahre
Beruf: Primarlehrerin und Jodelstudentin an der Hochschule Luzern
Engagement: Kinderjodellager, ‹Jodelndes Klassenzimmer›, Stimmbildung und Vermittlung von Jodeltraditionen
Social Media: @julianakubli
Website: https://www.julianakubli.ch/

Mit Leidenschaft fürs Jodeln

Juliana Kubli ist in einer musikalischen Familie im Thurgau aufgewachsen. Schon als kleines Kind war für sie klar, dass sie jodeln möchte. Was früh als Begeisterung begann, begleitet sie bis heute und führte sie schliesslich nach Luzern, wo sie heute Jodeln an der Hochschule Luzern studiert.

Obwohl Jodeln in ihrem Umfeld nicht immer als ‹cool› galt, blieb es ihre grösste Leidenschaft. Heute setzt sie sich aktiv dafür ein, das Jodeln sichtbar zu machen und jungen Menschen einen einfachen und freudvollen Zugang dazu zu ermöglichen.

‹Ich hoffe, dass ich das Jodeln ein wenig ‹cooler› machen kann. Denn wenn man selbst Freude daran hat und sie zeigt, kommt das automatisch bei anderen an.›

Jodeln weitergeben

Neben ihrem Studium engagiert sich Juliana im Projekt ‹Jodelndes Klassenzimmer›. Ziel ist es, Kinder schon früh mit dem Jodeln in Berührung zu bringen und diese Tradition nachhaltig weiterzugeben. Gemeinsam mit anderen Fachpersonen entwickelt sie neue Wege, wie Jodeln im Schulalltag erlebbar werden kann.

Dabei geht es nicht um Perfektion, sondern um Freude, Gemeinschaft und den Mut, die eigene Stimme zu entdecken. Gerade Kinder erleben das Jodeln oft ganz unmittelbar und mit grosser Offenheit.

‹Wenn du spürst, dass dich das Jodeln berührt, dann probiere es aus. Niemand erwartet Perfektion. Es geht um einen spielerischen Einstieg und ums gemeinsame Entdecken.›

Zwischen Tradition und neuen Klängen

Für Juliana gehören das Bewahren und das Weiterentwickeln zusammen. Sie beschäftigt sich intensiv mit traditionellen Naturjodeln und historischen Aufnahmen, gleichzeitig ist sie offen für neue Einflüsse und zeitgenössische Formen der Volksmusik.

Diese Verbindung zeigt sich auch in ihrer Arbeit mit Kindern, Chören und jungen Formationen. Besonders wichtig ist ihr, dass junge Menschen Bühnen, Begegnungen und Räume erhalten, in denen Volksmusik lebendig bleiben kann.

‹Für mich gehört beides zusammen: das Bewahren und das Weiterentwickeln.›

‹Jeder Ton ist willkommen.›

Leuchtende Augen und gemeinsame Klänge

Besonders am Herzen liegt Juliana die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Im Kinderjodellager der Klangwelt erlebt sie immer wieder, wie verbindend und lebendig das gemeinsame Singen sein kann. Eine Woche voller Stimmen, Begegnungen und gemeinsamer Erlebnisse bleibt vielen Kindern lange in Erinnerung.

Auch ausserhalb der offiziellen Lektionen wird weitergejodelt – auf dem Klangweg, am Abend oder vor dem Schlafengehen. Die Freude am gemeinsamen Klang entsteht oft ganz natürlich und begleitet die Kinder weit über das Lager hinaus.

‹Oft sind es gar nicht die Worte, sondern die leuchtenden Augen.›

‹Das Kinderjodellager ist etwas, das ich selbst als Kind erleben durfte. Eine Woche mit Gleichgesinnten zu verbringen, ist etwas ganz Besonderes. Dieses Gefühl geben wir heute weiter.›

‹Es soll Spass machen und guttun.›

Juliana Kubli