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Die Welt ist Klang

Für Andreas Vollenweider ist das Klanghaus Toggenburg weit mehr als ein Konzertort: Hier verbinden sich Musik, Architektur, Natur und Wahrnehmung. Nach zwei ausverkauften Aufführungen von «Die Welt ist Klang» im Juni 2026 sagt er: «Was hier entstanden ist, übersteigt alles, was ich bisher gesehen habe.»

Die liebevolle Gestaltung und die Hingabe der Handwerker hätten ihn tief beeindruckt. Für ihn als Musiker sei das Klanghaus «schlicht die Krönung».

Klang als künstlerische und transformative Kraft

Andreas Vollenweider zählt zu den international renommierten Musikern seiner Generation. Seit über 40 Jahren berührt er Menschen auf der ganzen Welt mit seiner unverwechselbaren Klangsprache. Mit einem Grammy ausgezeichnet und mit über 20 Millionen verkauften Alben gehört er zu den prägenden Stimmen der internationalen Musikszene.

Im Zentrum von «Die Welt ist Klang» steht die Auseinandersetzung mit der Wirkung von Musik. Vollenweider versteht Klang als transformative Kraft: Musik soll nicht nur unterhalten, sondern Menschen emotional, geistig und körperlich berühren. Gerade in schwierigen Lebensphasen kann sie nach seinem künstlerischen Verständnis stärken, Hoffnung geben und Orientierung ermöglichen.

Für Vollenweider besteht alles auf der Erde aus Schwingung und Resonanz. Diese Überzeugung verbindet seine Musik mit einer umfassenderen Sicht auf das Verhältnis zwischen Mensch, Natur, Kultur und Wissenschaft. Das Klanghaus Toggenburg wird dabei zum Resonanzraum, in dem diese Bereiche miteinander in Beziehung treten.

Vollenweiders musikalischer Ansatz knüpft an ein grundlegendes Verständnis von Klang an: Schwingungen werden nicht nur gehört, sondern auch körperlich wahrgenommen. Musik kann Erinnerungen wecken, Emotionen auslösen, innere Bilder entstehen lassen und die Aufmerksamkeit auf die eigene Wahrnehmung lenken. In diesem Sinn wird Hören zu einer aktiven Erfahrung – und Klang zu einem möglichen Zugang zu inneren Veränderungsprozessen.

Ein Plädoyer für die Resonanz

Bei den zwei ausverkauften Vorstellungen von «Die Welt ist Klang» entstand gemeinsam mit der Cellistin Isabel Gehweiler und der Sängerin Veronika Stalder ein eindrücklicher Klangraum. Filigrane Improvisationen gingen in kraftvolle Rhythmen über, während das Publikum summend einbezogen wurde.

«Die Musik ist mein Schmiermittel, um in eigene Tiefen vorzudringen», erklärte Andreas Vollenweider zwischen den Stücken. Seine Gedanken zur Musik wurden so ebenso Teil des Abends wie die Improvisationen selbst.

Ein Mitschnitt der Aufführung vom 27. Juni 2026 lässt die besondere Atmosphäre dieses Abends nochmals aufleben. Harfe, Cello und Stimme verbinden sich mit der Resonanz des Publikums zu einem gemeinsamen Klangerlebnis.

Heilen übers Hören

Eine vertiefte Auseinandersetzung mit Andreas Vollenweiders Gedanken bietet die Journalistin Yvonn Scherrer in ihrem Podcast «Heilen übers Hören – wenn Klänge zu Medizin werden». Für die Sendung «Passage» von SRF Kultur hat sie Aufnahmen der Konzerte im Klanghaus Toggenburg verarbeitet und Andreas Vollenweider anschliessend interviewt.